Und Ailton schafft es doch... also na ja, vielleicht   (Weserkurier vom 30.April 2002)

Wenn in diesem spannenden Bundesliga-Finale schon die Fachleute sich aufs Lesen des Kaffeesatzes verlegen (Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld: Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen spielen unentschieden, wir gewinnen gegen Hansa Rostock und werden Meister"), dann dürfen wir das doch wohl auch! Jawohl, und deswegen tippen wir mutig: Ailton schafft am Sonnabend in Dortmund einen superklassewahnsinn Hattrick. Weil, dann würde er die Torjägerkrone noch kriegen. Vorausgesetzt, die Konkurrenten treffen nicht, aber das setzen wir jetzt mal voraus.
Amoroso (Borussia Dortmund) und Martin Max (1860 München) sind derzeit noch Spitze in der Torschützenliste, mit jeweils 18 Treffern, Toni lauert auf Rang drei mit 16.
Er habe schon 17, war landauf, landab zu lesen. Nicht nur in unserer Zeitung, wollen wir gleich zu unserer Entschuldigung rufen! Zum Beispiel in der gerühmten Süddeutschen Zeitung". Doch wer bei Werders 2:2 gegen St. Pauli genau hingeschaut hat, hat gesehen, dass es eher ein Eigentor von Stanislawski war", sagt Mediendirektor Tino Polster. Besserwisser!
Der Bremen-Reporter des Fachmagazins kicker" hat auch ganz genau geschaut. Abends hab' ich das Video fünf Mal zurückgespult", berichtet er. Ergebnis: Unklarheit. Doch für Aufklärung sorgte der Betroffene selbst. Er sei erst nach der Torlinie mit dem Ball in Berührung gekommen, gab Ailton zu. Der kicker", der den Kampf um die Torjägerkanone als inoffiziellen Titel vergibt, führt nun, wie auch der DFB, Marco Bode als Schützen. Weil von ihm der Kopfball auf das nicht zu entwirrende Knäuel Ailtonstanislawski kam.
Und weil es am Ende immer so doll aufregend wird, wünschen wir uns jetzt: Der BVB gewinnt 4:3, wird Meister, Lautern verliert in Stuttgart, Werder kommt in den UEFA-Cup, und Ailton macht den Hattrick. Und alle haben sich lieb.

Olaf Dorow