Ailton macht's wie Dede: "Denkt an meine Familie"   (Kreiszeitung vom 25.September 2003)

Werder-Stürmer Ailton und BVB-Brasilianer Dede sind dicke Freunde. "Wir telefonieren oft zusammen", sagt der Bremer. Und vielleicht fühlte sich Ailton in diesen Tagen, als ihm das erste Angebot seines Arbeitgebers zur Vertragsverlängerung ins Haus flatterte, an die Worte seines Landsmannes erinnert. Dede nämlich hatte in der Debatte um eine 20-prozentige Gehaltskürzung bei Borussia Dortmund ganz unverblümt Stellung bezogen. Sein Argument, weshalb er auf keinen Fall auf Geld verzichten könne: "Wenn meine Karriere beendet ist, finde ich als Ungelernter in Brasilien keinen anderen Job mehr. Also muss ich jetzt so viel verdienen, dass wir alle - meine Verwandten und ich - bis zu unserem Lebensende davon zehren können."
Eine klare, unmissverständliche Haltung, die nun auch Ailton eingenommen hat. Denn das erste Angebot des SV Werder beantwortete er mit einem "Gegenangebot" (wir berichteten), das allerdings auf wenig Akzeptanz beim SV Werder stieß. "Zu hoch" seien die Forderungen gewesen, so Sportdirektor Klaus Allofs.
Ailton hat bei Dede offenbar aber ganz genau hingehört und rechtfertigt seinen Gehaltswunsch (bisher 1,8 Millionen Euro pro Jahr) mit ähnlichen Beweggründen wie der Dortmunder: "Ich muss doch auch an meine Familie denken. Der nächste Vertrag wird mein letzter in Europa sein. Da muss alles passen", sagt er, der eigentlich schon längst ausgesorgt haben sollte.
Aber Pokern ist erlaubt. Und dazu gehört - bei einem schlechten Blatt - natürlich auch ein Bluff. Bei Ailton heißt der wohl Japan und ist - pardon - nicht besonders gut. Einen Wechsel ins Land der aufgehenden Sonne habe ihm sein Freund und Ex-Werder-Profi Julio Cesar schon anheim gestellt, berichtet Ailton. "Aber ich möchte nicht jetzt schon nach Japan gehen müssen, um Geld zu verdienen", sagt er. Noch will er Fußball auf hohem Niveau spielen - und gutes Geld verdienen.