Allofs zündet die Ailton-Rakete (Kreiszeitung vom 19.November 2002)
Deutliche Halbzeitpredigt des Sportdirektors / "Das mache ich sonst nie"
Ailton schoss nach seinen Toren gegen Kaiserslautern wie eine Rakete über den Platz und landete kurz vor der Trainerbank. Sein Ziel: Sportdirektor Klaus Allofs. Der hatte ihm am Sonntag in der Halbzeit ordentlich den Marsch geblasen - mit Erfolg. Denn Ailton "explodierte" und war mit seinen beiden Treffern maßgeblich an der Wende zum 5:3 (1:2)-Sieg beteiligt. "Ich fand das total ungerecht, dass ich allein an dem Rückstand Schuld sein sollte", ärgerte sich Ailton und entlud seinen Frust nach den Toren mit wilden Gesten in Richtung Allofs - darunter auch eine Schweige-Aufforderung. Der Sportdirektor war ihm deshalb aber nicht böse: "Das ist schon in Ordnung. Ein Stürmer muss seine Emotionen auch mal rauslassen." Und letztlich sei er bei seiner Halbzeitpredigt ("Das mache ich sonst nie") selbst auch sehr emotional gewesen: "Mir hat das nicht ausgereicht, was Ailton in der ersten Halbzeit geboten hat. Er hat so große Fähigkeiten, er weiß manchmal gar nicht, wie wichtig er für uns ist. Und das habe ich ihm in einfachen Worten gesagt." Laut und heftig sei es zugegangen. "Aber so ist das im Fußball. Wir stehen alle gewaltig unter Druck - besonders in diesem Spiel. Da muss man einen Spieler auch mal bei der Ehre packen", erklärte Allofs. Maßnahme gelungen - so sah es gestern auch Ailton: "Im Endeffekt war es richtig, was Klaus Allofs gemacht hat, weil es mich richtig angespornt hat." Damit ist das Thema erledigt. Auch für Allofs, der sich allerdings noch einen Lerneffekt bei dem Brasilianer wünscht: "Er wird hier in Bremen doch unheimlich verehrt. Dieser Status nimmt ihn aber auch in die Pflicht. Von ihm wird einfach mehr erwartet. Dessen muss er sich bewusst sein." Denn eines ist klar: Ohne den "Kugelblitz" in Topform wird Werder wohl kaum den hervorragenden dritten Rang verteidigen können. Dafür sprechen allein schon seine neun Saisontore.
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