"Tonis" Treueschwur und ein neuer Vertrag bis 2006 (Kreiszeitung vom 19.September 2003)
Ailton spricht von "gutem Angebot" und will schon nächste Woche unterschreiben
Ailton - das ist bekannt - ist immer für eine Überraschung gut. Gestern nun gab Werder Bremens Stürmer eine weitere Kostprobe davon ab. Grinsend und bestens gelaunt schlenderte der Brasilianer nach dem Training aus der Kabine und verkündete mal ebenso nebenbei auf dem Weg zu seinem Porsche: "Ich werde wohl schon nächste Woche meinen neuen Vertrag in Bremen unterschreiben." Hoppla, das ist ein Hammer! Statt des erwartet langwierigen Vertragspokers scheint die Kuh schneller vom Eis zu sein, als alle Seiten vermutet hätten. "Ich habe mich am Mittwoch mit Klaus Allofs und Manfred Müller getroffen", erklärte Ailton: "Wir sind uns so weit einig. Es war ein gutes Gespräch. Warum also sollte ich jetzt nicht schnell verlängern?" Klaus Allofs vernahm die Aussagen seines Top-Torjägers gestern natürlich mit großer Freude. Der Sportdirektor registrierte Ailtons schnelle Entscheidung allerdings auch mit der gebotenen Vorsicht und will erst jubeln, wenn die Tinte unter dem neuen Kontrakt getrocknet ist: "Toni hat schon oftmals Aussagen von heute auf morgen revidiert. Aber es freut mich, dass er weiter für Werder Bremen spielen will." Allofs bestätigte, dass dem Bremer Stürmer während des Gesprächs am Mittwoch, an dem auch Marketing-Manager Manfred Müller teilnahm, ein konkretes Angebot gemacht wurde. "Die Signale waren sehr positiv. Wir liegen dicht beieinander." Die Laufzeit von zwei weiteren Jahren bis zum 30. Juni 2006 (ohne Option und Ausstiegsklausel) ließ sich der 46-Jährige noch entlocken. Inwieweit die finanziellen Konditionen im Kontrakt verbessert werden sollen, darüber schwieg sich Allofs naturgemäß aus. Allerdings dürften die Bremer dem Wunsch Ailtons nach "etwas besseren Bezügen" nachgekommen sein. Denn der 30-Jährige erklärte strahlend: "Es ist ein gutes Angebot von Bremen. Und daher wird mir die Entscheidung auch leicht gemacht." Vor wenigen Wochen hatte "Toni" ein weiteres Engagement in Bremen hauptsächlich von einer entsprechenden Gehaltsaufstockung ("Ich verlange keine utopischen Summen") abhängig gemacht. Und nun scheint er zufriedengestellt. "Wir werden jetzt noch das ein oder andere Gespräch führen, und dann kann ich unterschreiben", sagte der Brasilianer. Denn schließlich fühle er sich nach fünf Jahren in Bremen immer noch sehr wohl. "Es wird mein letzter Vertrag in Europa. Danach gehe ich nach Brasilien oder Mexico", verriet der Goalgetter, um dann plötzlich - für ihn aber nicht untypisch - in die dritte Person zu verfallen, wenn er von sich spricht und den Treueschwur für Werder abgibt: "In Bremen lieben die Fans Ailton, Ailton liebt seine Fans. Warum also sollte Ailton dann nicht in Bremen bleiben?" So einfach können Vertragsverlängerungen manchmal sein . . . Und wenn jetzt auch noch Manndecker Mladen Krstajic ("Wir sind uns einig, es sieht gut aus") nächste Woche seinen neuen Vertrag bis zum Sommer 2007 unterschreibt, hat Sportdirektor Klaus Allofs zwei seiner wichtigsten Baustellen auf einmal geschlossen.
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