Fifa unterbindet Nationalitätenwechsel   (Netzeitung vom 17.März 2004)

Werder Bremens brasilianischer Stürmer Ailton wird nicht für die Nationalmannschaft von Katar auflaufen. Die Fußball-Weltverband untersagte einen Nationalitätenwechsel.

Der Fußball-Weltverband Fifa hat einen Nationalitätenwechsel innerhalb der Fußball-Nationalmannschaften unterbunden. Das Dringlichkeitskomitee der Fifa entschied am Mittwoch, dass Spieler, die eine neue Staatsbürgerschaft ohne Bezug zu diesem Land annehmen, keine Spielberechtigung für die Nationalmannschaften dieses Verbandes erhalten.


Stop für Ailton und Co.

Fifa-Präsident Joseph Blatter zeigte sich über diese Entscheidung erfreut und kündigte an, dass er diese Frage auch dem Ordentlichen Kongress am 20./21. Mai 2004 in Paris vorlegen werde, um die Statuten entsprechend zu ändern. «Ich bin überzeugt, dass sich unser Kongress ebenfalls dieser Sichtweise anschließen wird.»

Damit sind die Pläne von Werder Bremens brasilianischen Angreifer Ailton zunichte gemacht worden. Der Stürmer wollte sich dem Verband von Katar anschließen. Auch die Dortmunder Dede und sein Bruder Leandro waren schon im Scheichtum vorstellig geworden. Sie beriefen sich dabei auf die Fifa-Statuten, wonach ein Spieler, der nie in einer Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen ist, eine andere Staatsangehörigkeit annehmen und für sein neues Land spielen kann. An eine erkaufte Nationalmannschaft hatte der Weltverband dabei nicht gedacht. «Das entspricht nicht dem Sinn der Statuten´, sagte Blatter, solche Praktiken sind unverzüglich zu unterbinden.»


Gewisse Voraussetzungen müssen erfüllt werden

Das Dringlichkeitskomitee schließt mit seiner Entscheidung zukünftig einen Missbrauch dieser Regelung aus. Zur Erlangung der Spielberechtigung für ein neues Land müssen nunmehr gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

Entweder der Spieler, ein Eltern- oder ein Großelternteil muss auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren sein. Oder ein Spieler war während mindestens zweier Jahre ununterbrochen im Gebiet des betreffenden Verbandes wohnhaft. Sollte Ailton in Deutschland eingebürgert werden, dürfte er auch für die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler spielen.


Enttäuschung in Katar

In Katar ist man über die Entscheidung enttäuscht. «Wir sind die großen Verlierer», so Manfred Höhner, Technischer Dirkektor des Fußball-Verbandes von Katar, im TV-Sender DSF. «Das Problem ist, dass der ganze Fall in der Medien zu populär wurde - und plötzlich war die Fifa eingeschaltet. Aber im Grunde genommen eröffnet uns die Fifa mit dieser Entscheidung noch einmal Tür und Tor. Zum Beispiel muss ein Spieler ja nur zwei Jahre in Katar wohnen - und er wäre
spielberechtigt. Der Toni war nach der Entscheidung schon sehr geknickt. Er war hellauf begeistert, 2006 bei der WM in Deutschland zu spielen.» (nz)