"Toni" will die Kanone   (Kreiszeitung vom 15.April 2002)

Sevilla hartnäckig / "Wenn der Präsident anruft . . ."

Ailton spazierte frohgelaunt in Richtung Kabine. Wen wundert's? Schließlich hatte Werder gerade Schalke mit 3:0 besiegt, der Bremer Stürmer dabei sein 15. Saisontor erzielt und vom Sender "Premiere" die Auszeichnung zum "Kick-Star" der Begegnung erhalten. Außerdem liegt er in der Torwette mit seinem Kumpel und Bayern-Stürmer Claudio Pizarro um einen Treffer vorn. Doch satt ist der Brasilianer noch lange nicht. Jetzt will "Toni" die Torjäger-Kanone. "Das wäre schön. Und ich schieße in dieser Saison sicherlich noch drei, vier Tore", versprach Ailton. Dass er die begehrte Trophäe eigentlich schon längst hätte sicher haben müssen, daran ließ Sportdirektor Klaus Allofs keinen Zweifel: "Toni hat gegen Schalke sensationell gespielt. Wenn man aber bedenkt, wie viele Tore er in dieser Saison eigentlich schießen musste, hätte er seinen Namen schon längst auf die Kanone gravieren können."
Nun, vielleicht klappt's ja noch in den letzten drei Spielen. Schließlich ist "Toni" gut drauf.
Die Kehrseite der Medaille: Er macht sich damit für andere Vereine interessant. "Ich habe gut gespielt und getroffen. Das spricht sich herum", weiß Ailton. So buhlt zurzeit der spanische Erstligist Betis Sevilla hartnäckig um die Gunst des 28-Jährigen, hat ihn schon mehrfach beobachtet. Ailton: "Ich habe noch einen Vertrag bis 2004. Aber man weiß nie, was kommt. Das ist Fußball. Bis jetzt hat sich noch niemand aus Sevilla bei mir gemeldet. Wenn mich aber einer anruft, zum Beispiel der Präsident, dann können wir darüber reden." Viel nutzen wird das allerdings nicht. Denn Sportdirektor Allofs unterstrich nochmals: "Wir lassen Toni nicht gehen!"