Bleibt er noch drei Jahre?
Ailton: "Diese Testspiele interessieren mich nicht"   (Kicker vom 14.Juli 2003)

Vorbereitungszeit beim SV Werder - und alles läuft wie gehabt. Trainer Thomas Schaaf lobt Engagement und Fortschritte seiner Truppe, lediglich ein Profi schert wie immer ein wenig aus: Ailton (29). Erst zu spät aus dem Urlaub zurück, während der Tests gegen unterklassige Gegner nicht so recht in Form, prompt droht Schaaf seiner Sturm-Diva vor dem UI-Cup-Auftakt kommendes Wochenende in Nizza mit der Bank: Die Konkurrenten Angelos Charisteas (23) und Ivan Klasnic (23) seien ein erfolgsversprechendes Gespann.
kicker:  Senor Ailton, müssen Sie um Ihren Stammplatz fürchten?
Ailton:  Ach was. Der Trainer probiert manchmal eine Mannschaft ohne Ailton. Warum, weiß ich auch nicht. Doch wenn es ernst wird, bin ich auf jeden Fall dabei. Ich habe letzte Saison 16 Tore geschossen . . .
kicker:  Mit Ihrer aktuellen Form ist man aber nicht zufrieden.
Ailton:  Ich habe sehr gut trainiert, genau wie alle anderen auch. Nur: Diese Testspiele interessieren mich nicht. Ist doch egal, ob ich da gut oder schlecht spiele. Ich konzentriere mich auf den UI-Cup und die Liga, dann bin ich voll da.
kicker:  Warum kommen Sie immer zu spät aus dem Urlaub?
Ailton:  Weil ich Ailton bin. Sonst würden mich die Leute doch gar nicht mehr kennen . . . Nein, im Ernst: Es gab Probleme mit dem Pass meiner Tochter. Ich verspreche, es war das letzte Mal.
kicker:  Der Spass wird ja auch immer teurer. Akzeptieren Sie die 25 000 Euro Geldstrafe?
Ailton:  Ja, klar werd' ich zahlen. Ich habe keine Disziplin gezeigt, dafür muss ich büßen. Normal. Auch wenn's schon arg teuer ist.
kicker:  Olympiakos Piräus hatte Interesse an Ihnen angemeldet, Werder lehnte ab. Wollten Sie weg?
Ailton:  Na ja, reizvoll wäre es gewesen. Champions League zu spielen, wäre schon gut für mich. Ich hatte Kontakt zu Piräus, aber ich habe eben noch ein Jahr Kontrakt bei Werder. Das ist das Problem, also bleibe ich noch ein Jahr.
kicker:  Klingt, als ob Sie nächsten Sommer sicher gehen.
Ailton:  Nein, das wollte ich nicht sagen. Ich denke, dass Klaus Allofs bald auf mich zukommt. Wenn er ein sehr gutes Angebot macht, bleibe ich gerne noch zwei, drei Jahre hier. Wenn nicht, dann nicht.
Interview: Thiemo Müller