Kapitän Baumann will mit Ailton sprechen   (Kreiszeitung vom 07.Mai 2003)

"Er hat Mist gemacht" / Brasilianer entschuldigt sich für Ausraster: "Es tut mir leid"

"Morgens beim Warmmachen weiß ich schon, was los ist. Ist er gut drauf oder kriegen die Magensäfte was zu tun", urteilt Werder-Trainer Thomas Schaaf über seine launische Diva Ailton. Zuletzt bereitete der Brasilianer den Verantwortlichen an der Weser zunehmend Sodbrennen. Woraufhin Sportdirektor Klaus Allofs anregte, dass sich doch die Mannschaft bitte schön "Toni" auch einmal zur Brust nehmen solle.
Klassenkeile aber wird Ailton nach seinem jüngsten Ausraster nicht erhalten, "und wir werden Toni jetzt auch nicht schneiden", sagt Frank Baumann. Dennoch hält sich Werder Bremens Kapitän die Option offen, seinem Stürmer einmal ins Gewissen zu reden. "Ich werde eventuell mit ihm sprechen. Er hat sich, in erster Linie aber der Mannschaft geschadet", erklärte der 27-Jährige gestern. Es werde, so beteuert Baumann, aber keine Standpauke geben: "Das bringt nichts. Toni weiß selbst genau, welchen Mist er gemacht hat."
Ailton hatte im Spiel gegen Hertha völlig gefrustet den Ball weggedroschen und dafür seine fünfte Gelbe Karte erhalten. Der 29-Jährige ist somit Samstag in Stuttgart gesperrt und fehlt Werder im Rennen um die UEFA-Cup-Qualifikation.
Die Geldstrafe dafür - es wird von 5 000 Euro gesprochen - hat "Toni" gestern akzeptiert. "Das ist okay, denn ich habe mich kindisch verhalten". Wie kindisch, das brachte der Brasilianer auf den Punkt: "Ich habe mein Gehirn ausgeschaltet. Ich war stinksauer, dass ich wieder meine Chancen vergeben und nicht getroffen habe." Und "Toni" fügte eine Entschuldigung an seine Kollegen an: "Ich habe die Mannschaft enttäuscht. Das tut mir leid."
Die Gründe, warum er derzeit völlig von der Rolle ist, kann Ailton nicht aufzeigen. "Wenn ich das wüsste", meint er Achsel zuckend, "wäre ich ein ganzes Stück schlauer".