Das hat er nun davon: Alle gegen Ailton (Kreiszeitung vom 05.März 2004)
Völler: "Die Katar-Nummer ist zu extrem"
Die "Expedition Wüste" kann beginnen: Werder Bremen lässt Ailton am kommenden Montag nach Katar fliegen. Dort bekommt der Noch-Brasilianer eine zweite Staatsbürgerschaft und kann fortan im Nationaltrikot der gut betuchten Wüstensöhne auf Torejagd gehen. Der fliegende Wechsel macht den Spieler zwar noch reicher (Verdienst circa zwei Millionen Euro), aber nicht beliebter. Im Gegenteil: Seit Ailton exklusiv in dieser Zeitung seine Entscheidung offenbart hat, schlägt ihm die Kritik wie ein Wüstenwind entgegen. Werder-Coach Thomas Schaaf fühlt sich seinem Starstürmer noch so eng verbunden, um lieber zu schweigen, statt seine Meinung über das fragwürdige Handeln kundzutun. Andere nehmen dagegen kein Blatt vor den Mund. Beispiel Rudi Völler: "Die Nummer ist zu extrem. Wenn das einreißt, brauchst du keine Nationalelf mehr. Sowas geht gar nicht. Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass sich ein Land eine Truppe zusammenkauft", sagte der DFB-Teamchef der "Bild". Schalke-Coach Jupp Heynckes, künftiger Chef Ailtons, fordert: "Stoppt diesen Unsinn! Mir fehlt jedes Verständnis, wie jeder das Nationaltrikot anzieht, das ihm gerade in den Sinn kommt. Alles nur für Kohle." Manager Rudi Assauer ist ohnehin sauer auf seinen künftigen Star. "Mit uns hat er bisher nicht darüber gesprochen. Es ist schon eine Frage der Form und des Stils, dass man so etwas mit seinem neuen Arbeitgeber bespricht", sagte er gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Selbst Stefan Effenberg, derzeit als Millionen-Verdiener beim Katar-Club Al Arabi aktiv, stellt sich gegen Ailton: "Da sollte die FIFA einen Riegel vorschieben. Wenn er nicht für das brasilianische Team nominiert wird, hat er eben Pech gehabt." Und von Werder bekommt Ailton auch noch sein Fett weg. Seine Beschwerde, man hätte doch auch ihn behalten können, statt Klose teuer zu bezahlen, stößt Sportdirektor Klaus Allofs sauer auf: "Er war es doch, der die Verhandlungen abgebrochen hat und sich für Schalke entschieden hat. Wenn er mehr Geduld aufgebracht hätte, wäre vielleicht etwas möglich gewesen."
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