Hohe Geldstrafe und extra Training   (Weser-Kurier vom 04.Juli 2003)

Harte Konsequenzen für den zu spät gekommenen Ailton

Als Toni gestern Norderney erreichte, setzte der Regen ein. Schlechtes Wetter zur Begrüßung ist in diesem Jahr Programm für die Werderaner in Ostfriesland. Immer wenn wir mit dem Training anfangen", sagt Thomas Schaaf, fängt auch der Regen an."
Wie ein begossener Pudel saß nach dem Mittag der zu spät gekommene Ailton vor dem Trainer, um sich zu erklären. Er konnte es nicht richtig erklären", berichtet Schaaf. Irgendwas von Pass-Angelegenheiten hat der Brasilianer seinem Chef erzählt  und sich kleinlaut entschuldigt. Reportern gegenüber ist er nicht ganz so kleinlaut. Denen erzählt er von großen privaten Problemen nach dem Tod seines Bruders. Von einem Vermittler, den er in São Paulo traf, um über einen möglichen Wechsel zu Olympiakos Piräus zu reden.
Mir hat er davon nichts gesagt", sagt Schaaf. Der Werder-Trainer kündigte eine sehr hohe Geldstrafe" für den ewigen Kindskopf an. Morgen wird der Vorstand auf der Insel vollzählig versammelt sein, und dann wird es auch ums Randthema" (Klaus Allofs) Toni gehen. Von 25000 Euro wird gemunkelt, die der Wiederholungstäter zahlen muss.
Thomas Schaaf sagt: Er bestraft sich selbst. Was hat er denn von zwei Tagen mehr Urlaub, und die noch mit schlechtem Gewissen?" Wer im Urlaub nur faulenzt, laufe doch Gefahr, seinen Platz im Team zu verlieren. Toni darf heute Abend im Test gegen TuS Norderney (1. Halbzeit) und den FC Norden (2. Halbzeit) nicht mitmachen. Stattdessen muss er am Nachmittag versäumtes Lauftraining nachholen.
Unterdessen freut sich Schaaf, dass alle anderen umso mehr mitziehen. Der Trainer hat einen unheimlichen Eifer, ein unheimliches Brennen" bei seinen Männern entdeckt. Klaus Allofs sagt: Die Transferliste ist bis 31. August offen." Wer sich nicht reinhänge, über den müsse man nachdenken. Das gilt für alle", sagt der Sportdirektor. Auch für Toni.