Ailton wegen Katar-Plänen in der Kritik   (netzeitung.de vom 04.März 2004)

DFB-Teamchef Rudi Völler und Trainer Jupp Heynckes von Schalke 04 haben die Katar-Pläne von Stürmer Ailton scharf kritisiert. Die Fifa und die Uefa müssten einschreiten, fordern sie.

DFB-Teamchef Rudi Völler und Trainer Jupp Heynckes vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 gefallen die Katar-Pläne von Stürmer Ailton überhaupt nicht. «Die Katar-Nummer ist zu extrem. Wenn das einreißt, brauchst du keine Nationalelf mehr. Ein Vereinswechsel ist das Normalste der Welt. Aber sowas geht gar nicht. Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass sich ein Land eine Truppe zusammenkauft und zum Beispiel Katar mit fünf Franzosen und fünf Brasilianern bei der WM auftaucht», sagte Völler der «Bild»-Zeitung.
Jupp Heynckes, in der kommenden Saison Trainer des momentan besten Schützen der Bunesliga, forderte ebenfalls in «Bild» Konsequenzen durch den Weltverband Fifa und die Europäische Fußball-Union Uefa: «Mir fehlt jedes Verständnis, dass Fifa und Uefa widerspruchslos mitanschauen, wie jeder das Nationaltrikot anzieht, das ihm gerade in den Sinn kommt. Alles in erster Linie nur für Kohle. Das hätte es bei uns früher nicht gegeben. So werden Nationalteams absurd gemacht. Stoppt diesen Unsinn!»
Handgeld und Gehalt locken
Der Brasilianer Ailton, derzeit noch für Werder Bremen auf Torejagd, möchte demnächst die Staatsbürgerschaft des Scheichtums Katar annehmen und für das Land in der WM-Qualifikation auflaufen. Dem Torjäger soll dafür ein Handgeld von einer Million Euro zugesagt worden sein. Ein Jahresgehalt von 400.000 Euro käme hinzu.
Die Verantwortlichen im Katar haben zahlreichen weiteren Profis ähnliche Angebote gemacht, darunter auch Ailtons Teamkollegen Valerien Ismael, der das Angebot allerdings ablehnte. Ailton könnte bereits am 31. März beim WM-Qualifikationsspiel gegen Jordanien sein Länderspiel-Debüt für Katar geben.