Ailton unterschreibt in Katar (Kreiszeitung vom 03.Februar 2004)
"Sonntag fliege ich hin" / Stürmer sauer: "Komisch, für Klose ist Geld da"
Die Verpflichtung von Miroslav Klose hat bei Ailton wieder alte Wunden aufgerissen. Mit feuchten Augen huschte Werder Bremens Stürmer gestern kurz nach dem Training durch die Journalisten-Meute Richtung seines Porsche. Der 30-Jährige war verletzt und enttäuscht. Und er machte seinem Ärger Luft: "Für mich war kein Geld da, aber für Klose ist jetzt welches vorhanden. Toll, ganz prima. Aber das ist Werders Problem", schimpfte der Brasilianer. Und "Toni" legte nach: "Wenn ich höre und lese, dass ein Mann wie Klose fast drei Millionen Euro verdient, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich wäre für weniger Gehalt in Bremen geblieben. Das kann ich alles nicht verstehen. Das macht mich traurig. Ich wäre sonst doch nie nach Schalke gegangen, sondern in Bremen geblieben." Tiefer Frust bei Ailton, der schon mehrfach betont hatte, dass ihm der Abschied aus Bremen schwer fällt. Allerdings scheint der Stürmer dabei außer Acht gelassen zu haben, dass die sportliche Entwicklung Werders zum Zeitpunkt der Bekanntgabe seines Wechsels zu Schalke noch gar nicht absehbar gewesen war. "Einen Transfer Kloses in dieser Größenordnung haben wir damals noch für absurd gehalten", erklärte Werders Aufsichtsrats-Vorsitzender Dr. Franz Böhmert. Außerdem investiert Werder mit dem erst 25-jährigen Klose in die Zukunft, hat mit dem Transfer Kapital geschaffen. Sollte Klose 2006 eine überragende WM spielen, würde er seinen Wert um ein Vielfaches steigern. Ailton hingegen wird bereits 31 Jahre. Das alles scheint den Top-Torjäger der Liga aber nicht zu interessieren. Nach dem Motto jetzt erst recht geht "Toni" große Ziele an und verriet: "Ich habe mich mit dem Nationaltrainer von Katar unterhalten. Alles klar. Ich nehme das Angebot an, für das Land zu spielen. Am Sonntag nach unserem Spiel bei 1860 München fliege ich direkt nach Katar, um dort meinen Vertrag zu unterschreiben." Der soll Ailton bis 2006 immerhin rund zwei Millionen Euro in die Kasse spülen. Fast ein Jahresgehalt von Miroslav Klose in Bremen . . .
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