"Toni" und die Selecao - alles nur geträumt?   (Kreiszeitung vom 3.Februar 2003)

Bayern-Star Giovane Elber hat angekündigt, seinem Landsmann Ailton noch die Torjäger-Kanone vor der Nase wegzuschnappen.

Die Antwort von Bremens Stürmer gestern in der "Welt am Sontag": "Giovane spricht viel, wenn der Tag lang ist!"
Freilich tut er das - Ailton aber auch. "Tonis" ständige Ankündigungen, demnächst sein Debüt in der Nationalmannschaft Brasiliens zu geben, dürften sich vermutlich schon bald in Schall und Rauch auflösen. Denn selbst in Brasilien ist "Tore-Toni" in den Gazetten kein Thema. "Als er kürzlich vom Staatspräsidenten empfangen wurde, stand etwas über Ailton in den Zeitungen", weiß Werders Vorstands-Vorsitzender Jürgen L. Born, der am Samstag gerade aus Südamerika zurückgekehrt ist: "Das Wort Nationalmannschaft ist aber in keinem Zusammenhang gefallen." Born vermutet daher: "Toni macht sich selbst etwas vor. Er ist mit 29 Jahren auch schon etwas zu alt."
Zwar hatte sich Brasiliens technischer Koordinator Zagallo einmal nach Werders Superstar erkundigt, "die entscheidenden Stellen wie Trainer Perreira jedoch nicht", weiß Born.
Schließlich hat der Coach in Ronaldo, Ronaldinho, Amoroso und Denilson vier Klasse-Stürmer in seinen Reihen - und er will verjüngen. Der 20-jährige Adriano vom AC Parma dürfte momentan die größten Chancen haben, in den erlauchten brasilianischen Stürmerkreis aufzurücken. Dicht gefolgt von den Supertalenten Guil Herme, Ricardo Oliveira und Gil Deivid aus Sao Paulo. Da bleibt kein Platz für Ailton. "Toni" und die Selecao - alles nur geträumt?