Vorstand beschließt harte Strafe für Sünder Ailton (Kreiszeitung vom 02.Juli 2003)
Paul Stalteri wartete vergeblich auf seinen Teamkollegen. Eigentlich sollte sich Bremens Mittelfeldspieler im Golfhotel auf Norderney das Zimmer mit Stürmer Ailton teilen. Doch der war auch gestern noch spurlos verschwunden. Werders Diva hatte es wie schon im vergangenen Jahr nicht für nötig gehalten, pünktlich mit der Mannschaft ins Trainingslager auf die ostfriesische Insel zu reisen. Zudem hielt es Ailton auch gestern nicht für nötig, sich bei Trainer Thomas Schaaf zu melden. Klar, dass dieser stocksauer war und Ailton ein entsprechendes Straftraining androhte - sollte der Brasilianer doch noch irgendwann nachkommen. "Er wird durch die Dünen rennen. Er kennt das ja schon vom letzten Jahr. Dann kann er sich wenigstens nicht verlaufen", grollte Schaaf. Während der Bremer Coach seinen Angreifer mit Sonderschichten disziplinieren will, geht die Führungsetage Ailton an den Geldbeutel. Der Vorstand nämlich beschloss auf seiner jüngsten Sitzung, dem chronisch unpünktlichen Stürmer eine empfindliche Geldstrafe aufzubrummen und ab sofort die Suche nach dem Brasilianer einzustellen. "Wir haben bisher noch nicht über die Höhe der Summe gesprochen. Am Freitag trifft sich der gesamte Vorstand auf Norderney. Dann werden wir die Strafe festlegen", kündigte Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Fischer gestern an: "Und je länger ,Toni' fehlt, desto tiefer wird er in die Tasche greifen!" Im vergangenen Jahr musste Ailton 20 000 Euro zahlen. Das dürfte diesmal nicht reichen. Paul Stalteri allerdings glaubt nicht, dass sein Kumpel Ailton damit geheilt ist. "Toni war doch noch nie pünktlich. Den ändert keiner mehr. Und wenn er dann wieder wie im letzten Jahr in der Hinrunde 13 Tore schießt, soll's mir recht sein", sagte der Kanadier.
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